Goethe-Zertifikat C1 · Niveau C1

Lektion 18: Literarischer Text — Ibrahimas Sonntage

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Cours

Zwischen den Aromen

Ibrahima saß am schweren Eichentisch seiner Berliner Wohnung, während der Duft von frisch zubereitetem Maafe durch die Räume zog. Es war ein bizarrer Kontrast: draußen der graue Berliner Nieselregen, drinnen die olfaktorische Essenz seiner Kindheit in Cotonou. Er war nun 'angekommen', wie es in den offiziellen Broschüren hieß. Ein erfolgreicher Ingenieur, dessen Deutsch so geschliffen war, dass man ihn am Telefon oft für einen Hannoveraner hielt.

Doch in Momenten wie diesen spürte er die Zerrissenheit. Es war kein Schmerz, eher eine sanfte Entfremdung. Er gehörte hierher, zweifellos, doch sein Herz schlug in einem polyphonen Rhythmus. Wenn er mit seinen Eltern skypte, stolperte er manchmal über französische Begriffe, die ihm im Deutschen präziser erschienen – und umgekehrt. Diese sprachliche Hybridität war seine neue Heimat geworden. Er war kein Gast mehr, aber auch kein Teil der homogenen Masse. Er war die Brücke, die ständig unter der Last zweier Ufer erzitterte, aber hielt.

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1. Was bedeutet die Aussage, man halte ihn am Telefon für einen 'Hannoveraner'?

  • A. Er hat einen starken ausländischen Akzent.
  • B. Er spricht ein sehr reines, akzentfreies Hochdeutsch.
  • C. Er spricht nur Plattdeutsch.
  • D. Er lügt über seinen Wohnort.

2. Wie beschreibt der Text Ibrahimas Gefühl der 'Zerrissenheit'?

  • A. Als unerträglichen Schmerz.
  • B. Als sanfte Entfremdung und hybride Identität.
  • C. Als Hass auf Deutschland.
  • D. Als Wunsch, sofort zurückzukehren.

3. Was symbolisiert die 'Brücke' am Ende des Textes?

  • A. Eine reale Brücke in Berlin.
  • B. Ibrahimas Rolle als Verbindung zwischen zwei Kulturen.
  • C. Dass er seinen Job als Ingenieur hasst.
  • D. Den Weg zum Flughafen.

4. Welcher Kontrast wird zu Beginn des Textes beschrieben?

  • A. Armut gegen Reichtum.
  • B. Berliner Wetter gegen westafrikanische Gerüche.
  • C. Lärm gegen Stille.
  • D. Arbeit gegen Freizeit.

5. Welches sprachliche Phänomen wird bei Ibrahimas Gesprächen mit seinen Eltern deutlich?

  • A. Er hat beide Sprachen vergessen.
  • B. Er mischt Sprachen, da manche Konzepte in der jeweils anderen Sprache präziser sind.
  • C. Er weigert sich, Französisch zu sprechen.
  • D. Er spricht nur noch in technischen Codes.